Buchrezension: Von einfach zu brillant von Donna Hay

"Cooking is all about people. Food is maybe the only universal thing that really has the power to bring everyone together. No matter what culture, everywhere around the world, people get together to eat." – Guy Fieri

Donna Hay hat mal wieder ein neues Kochbuch herausgebracht und wie immer bin ich ganz angetan von ihren tollen Bildern! Alles ist wunderschön angerichtet und dekoriert, ich mag ihren Stil, Gerichte zu gestalten, einfach sehr.
Auch hier hat mich wieder einmal interessiert, ob ihr neues Kochbuch – Von einfach zu brillant – für Veganer geeignet ist, ob es vielleicht sogar vegane Rezepte bietet oder genügend Inspirationen und Abwandlungsmöglichkeiten bietet, mit denen man ihre Fleisch- oder Fischrezepte verändern kann.
Auch möchte ich euch wieder einmal zwischen den einzelnen Bewertungskriterien vier Rezepte aus dem Buch vorstellen, die euch einen ersten Eindruck gewähren sollen, was euch erwartet, wenn ihr euch das Buch auch zulegen wollt.

Struktur des Buches

Das Buch startet mit einer einseitigen Einführung, in der Donna Hay schreibt, dass man zunächst die Grundlagen beherrschen muss, bevor man richtig toll kochen kann. In ihrem Buch teilt sie die besten Standardrezepte, aber auch moderne Gerichte, die sie gerne kocht. Zu allen Klassikern gibt es im Anschluss überraschende neue Variationen, wodurch das eigene Kochrepertoire automatisch wächst. Wie sie selbst schreibt: "Dieses Buch ist meine persönliche Anleitung, wie Sie in der Küche von simplen Basics zu brillanter Raffinesse gelangen. Frohes Kochen!"

Das Buch ist in verschiedene Kapitel untergliedert. Es beginnt mit "Pikant" (S. 9–206), gefolgt von "Unverzichtbar" (S. 207–228) und anschließend folgt noch das Kapiel "Süß" (S. 229–373). Am Ende des Buches findet sich wie immer "Glossar + Register".

Einige Rezepte enthalten Zutaten mit einem Sternchen * dahinter. Das bedeutet, dass die Zutaten im Glossar noch einmal aufgegriffen und genauer erklärt werden.
Auch enthält der Anhang weitere Infos zu unverzichtbaren Grundzutaten, zur Küchenpraxis und -techniken.

In den einzelnen Kapitel folgen mehrere ganzseitige Fotos von einzelnen Gerichten (zunächst das Basic-Bild inkl. Rezept, im Anschluss die Variationen mit den dazugehörigen Rezepten). Zu vielen Rezepten gibt es jeweils noch einen Tipp oder Hinweis.

Rezept No. 1 – Einfaches Dinkelbrot (S. 199)

Ergibt 1 Laib
625 ml warmes Wasser, 1 EL Honig, 1 TL Trockenhefe, 900 g weißes Dinkelmehl, 3 TL Meersalzflocken, 125 ml Olivenöl extra vergine

Das Wasser mit Honig und Trockenhefe verrühren.
Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Nach und nach die Wasser-Hefe-Mischung dazugeben und mit den Knethaken des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine 10 Minuten auf niedriger Stufe zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
Den Teig in der dünn gefetteten Schüssel mit Frischhaltefolie bedeckt an einem warmen Ort 1,5–2 Stunden gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.
Den Ofen auf 250 Grad vorheizen und darin einen mittelgroßen ofenfesten Topf mit dickem Boden und dicht schließendem Deckel 30 Minuten erhitzen.
Die Arbeitsfläche dünn bemehlen und den Teig darauf mit bemehlten Händen zu einem runden Laib formen. Den Topf aus dem Ofen nehmen, dünn bemehlen, den Brotlaib hineinsetzen, mit Mehl bestäuben und mit einem spitzen Messer die Oberseite einritzen. Zugedeckt 30 Minuten backen.
Die Ofentemperatur auf 220 Grad reduzieren, den Deckel entfernen und das Brot weitere 20 Minuten goldbraun backen. Es ist durchgebacken, wenn es beim Klopfen an die Unterseite hohl klingt.

Für die vegane Variante einfach Honig durch ein anderes Süßungsmittel ersetzen.

Gestaltung des Buches

Quadratisch, praktisch, hochwertig verarbeitet und wieder einmal ein ziemlich schweres Kochbuch!
Ihre Bilder sind toll ausgeleuchtet, alles sieht sehr appetitlich aus, satte Farben. Mir scheint, als sei ein Filter über den Fotos – der macht das Ganze aber nur noch schöner!
Zwischen den einzelnen Kapiteln sind auch immer mal wieder persönliche Einblicke ins Set – wie sie geschminkt wird, wie sie das Gericht stylt, einzelne Handgriffe – eine persönliche Note, die mir sehr gut gefällt!
Die Zutatenlisten sind nicht sehr lang, die meisten Sachen hätte ich sogar Zuhause, nur einige Besonderheiten oder die ein oder andere frische Zutat müsste ich besorgen. Somit ist das Buch also ziemlich alltagstauglich!

Ausprobiert!

Natürlich habe ich auch schon etwas ausprobiert – nämlich das "karamellisierte Sommerobst" (S. 257)! Super lecker und ganz einfach und schnell gemacht! Es hält sich auch ein paar Tage und angelehnt an die Variation "Karamellisiertes Sommerobst mit Müsli und Joghurt" habe ich das Obst einen Morgen auch mit Sojajoghurt und selbstgemachtem Granola zum Frühstück gegessen. Kann ich absolut empfehlen!

Auch möchte ich unbedingt bald noch das "einfache Dinkelbrot" nachbacken!

Rezept No. 2 – Salsa Verde (S. 210)

Ergibt 250 ml
80 g glattblättrige Petersilie, 80 g Minzeblätter, 2 EL feine Kapern (abgespült, abgetropft), 2 TL Dijonsenf, 1 TL fein abgeriebene Zitronenschale, 2 EL Zitronensaft, 125 ml Olivenöl extra vergine, Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Alle Zutaten im Blitzhacker zu einer groben Paste zerkleinern.

Rezept No. 3 – Frische Tomaten-Salsa (S. 210)

Ergibt 625 ml
1 Tomate (entkernt, 1 cm groß gewürfelt), 250 g Kirschtomaten (geviertelt), 1/4 weiße Zwiebel (fein gehackt), 1 EL gehackte Oreganoblätter, 2 EL gehackte Basilikumblätter, 2 EL gehackte Minzeblätter, 1 EL Olivenöl extra vergine, 1 TL Rotweinessig, Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Tomatenwürfel, Kirschtomaten, Zwiebel, Oregano, Basilikum und Minze in eine Schüssel geben. Öl, Essig, Salz und Pfeffer hinzufügen und alles gründlich vermengen.

Fazit

Das Design und den Aufbau des Buches finde ich wieder einmal sehr gelungen! Auch die Idee, zunächst einmal die Basics zu erläutern und dann jeweils verschiedene Varianten davon zu kreieren finde ich sehr gut, da so ganz schnell klar wird, wie wandelbar doch eigentlich ein vermeintlich ganz normales Rezept ist. Man sollte viel mehr herumprobieren!
Mir fehlt leider aber wieder einmal eine ungefähre Zeitangabe, da ich meist doch gerne vorher weiß, auf was ich mich einstellen muss. Natürlich kann man den Schwierigkeitsgrad und die Dauer ungefähr abschätzen, wenn man das Rezept liest, aber trotzdem. Das fehlt mir ein wenig.
Rundum ist es wieder einmal ein tolles Kochbuch mit gewaltigen Bildern!
Aber ist das Buch nun für Veganer geeignet? Ich würde eher sagen – nein. Es gibt einige rein vegane Rezepte, auch sind manche Rezepte mit Milch leicht abzuwandeln. Allerdings gibt es in dem Buch eine Vielzahl an fleischlastigen Rezepten, die nun einmal nicht so leicht zu verändern sind bzw. dann nur noch recht wenig mit dem Original zu tun haben. Und auch bei Rezepten, die viele Eier benötigen, wird es knifflig geeignete Alternativen zu finden. Bei drei Eiern mag das ja noch funktionieren, aber sobald es mehr werden, heißt es doch eher: Neu interpretieren anstatt abwandeln. Aber dennoch ist es das Kochbuch "Von einfach zu brillant" von Donna Hay eine gute Inspiration, so dass man aus den Rezepten häufig doch etwas ganz eigenes zaubern kann.
Und für alle, die sich nicht vegan ernähren: Eine klare Empfehlung meinerseits!

Rezept No. 4 – Karamellisiertes Sommerobst

125 ml Apfelsaft oder Wasser, 110 g Zucker, 2 Vanilleschoten (längs aufgeschlitzt, Mark herausgekratzt), 6 Aprikosen (500 g, halbiert, entsteint), 6 Pflaumen (600 g, halbiert, entsteint), 4 gelbfleischige Pfirsiche (500 g, halbiert, entsteint)

Den Backofengrill auf mittlerer Stufe vorheizen.
Den Apfelsaft auf ein dünn gefettetes, mit Backpapier ausgelegtes Blech gießen.
Zucker und Vanillemark in einer großen Schüssel zwischen den Fingerspitzen verreiben.
Die Schnittflächen der Früchte in den Vanillezucker drücken und das Obst mit der Schnittfläche nach oben auf das Blech legen.
Das Obst mit dem verbliebenen Vanillezucker bestreuen und die Vanilleschoten dazulegen.
Das Obst unter dem Backofengrill 10–15 Minuten karamellisieren; es soll jedoch nicht zusammenfallen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Vor dem Servieren die Vanilleschoten entfernen.

Eckdaten

Und hier noch einmal die Eckdaten für alle, bei denen das Interesse geweckt wurde:
"Von einfach zu brillant" von Donna Hay, Fotografie © William Meppem, AT Verlag, www.at-verlag.ch, erschienen im AT Verlag, 400 Seiten, ISBN: 978-3-03800-971-9, Format 22 cm x 26.5 cm, 39,90€.

Genießt noch den Sonntag!

Liebst, Marieke

Das Buch "Von einfach zu brillant" wurde mir freundlicherweise vom AT Verlag für eine Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

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